weissaufweiss – warum weissaufweiss

Ein Weiß lässt sich erkennen, wenn es neben ein anderes Weiß gestellt wird, um zu vergleichen, zu beschreiben und zu verstehen. Dieser Vorgang lässt sich nahezu beliebig oft wiederholen mit unterschiedlichen Weißtönen. Zahllose Möglichkeiten bleiben ungenutzt, wenn das Weiß allein mit dem Schwarz oder einer kräftigen Farbe kontrastiert wird, um das Weiß zu verstehen. Mit diesem Beispiel lässt sich beschreiben, worin für mich die Arbeit mit der Kunst bestehen kann, die Präzisierung daran.

Wenn ich es recht besehe, beschäftigen mich heute die Dinge, die mich bereits seit der Kindheit umtreiben – meint Geschichten zu erzählen, zu fabulieren und dazu Bilder zu schaffen – oder umgekehrt. Um die Welt zu erkunden, zu erfahren, zu erfinden – und um frei zu sein.

Doch dabei bleibt es nicht und geht weiter. Ein Wort muss weiter gehen, ein Bild. Zu den Menschen, die es hören oder sehen oder lesen, die es erinnern oder erzählen oder vergessen. Dass es nicht aufhört, das Wort, das Bild. Wenn ein Wort aufhört, ist es kein Wort, und wenn ein Bild aufhört, ist es kein Bild.

In der Kindheit und Jugend entstanden Geschichten und Bilder mit Kreiden, mit Stiften. Später kam die Fotografie hinzu, kam ein ganzes Studium der Fotografie hinzu, bei dem ich zu lernen begann, was es auf sich hat mit der Sprache der Bilder. Es ging weiter danach mit den Bildern, mehr und mehr auch mit Worten, mit der Sprache der Worte, die eine Art von Musik ist. Bis heute entstehen Gedichte, Kurze Prosa und Aphorismen, oftmals im Dialog mit bildnerischer Arbeit.

Jeannette Abée, Autorin, Fotografin, Designerin